Es ist der 16. Juni und es soll mal wieder die Sonne scheinen. Ich habe mich in einem „Sandalenladen“ in München angekündigt und lasse das Mittagessen heute ausfallen.
Es ist eigentlich kein richtiges Verkaufsgeschäft, sondern eher ein Lager. Deshalb gibt es keine offiziellen Öffnungszeiten.
Die Sandalen heissen „Luna Sandals“ und bevor ich mir welche im Internet bestelle, kann ich sie hier anprobieren.
In Bad Tölz löse ich ein Ticket für die BOB (Bayrische Oberland Bahn). Der Mann im Ticketcenter sieht mein Fahrrad und möchte mir noch ein Radticket verkaufen.
Zum Glück habe ich mich vorher im Internet schlau gemacht und gelesen, dass Klappräder mit Reifen unter 20 Zoll umsonst mitgenommen werden dürfen. Deshalb konnte ich dem Ticket-Mann das „Radl-Ticket“ erfolgreich ausreden.
Ansonsten wieder eine fragwürdige Anordnung. Ich kenne Falträder mit 20 Zoll-Reifen die aber ein kleineres Packmass als meins haben.
Naja, was solls. Ich bin dieses mal jedenfalls froh über mein kleines 18 Zoll Reifenmass. 
Auf dem Bahnsteig

Am Münchener Hauptbahnhof angekommen fahre ich erst einmal in den Englischen Garten. Dort habe ich den Chinesischen Turm als Ziel. Bei herrlichstem Wetter durchradle ich den Englischen Garten. Besser muss ich sagen, einen Teil des Englischen Garten, denn der ist riesig. Überall Rasenflächen, Bäche und Kanäle, viele Bäume. Einfach eine entspannte, grüne Umgebung.

Am Chinesischen Turm angekommen, ist es dort sehr ruhig. Nur ein paar Leute auf den Bänken der „Bierzelt-Garnituren“. Keine Blasmusik, kein Trubel oder keine andere Veranstaltung, obwohl ich so viel davon gehört habe. 
Naja, vielleicht liegt es auch daran, dass es erst 11:00 Uhr ist, dazu noch mitten in der Woche.
Ich hole mir an einer art Imbiss einen Milchkaffe. Drei Euro zehn, bitteschön! Bitteschön? Drei Euro Zehn? Für so´n kleinen Becher Milchkaffee?
Ja, man muss sich als Nordlicht schon an die Preise hier unten gewöhnen. Außerdem gibt es abseits von englischen Gärten, chinesischen Türmen und Münchener Großstädten auch wirklich günstigere Preise. Mehr so im Ländlichen. Habe ich von gehört. Und zum Teil auch erlebt.
Also akzeptieren und geniessen 😊. Und das kann man hier wirklich. Die Seele baumeln lassen, die Umgebung auf sich wirken lassen, einfach nur schön.

Milchkaffee am Chinesischen Turm

Nun fahre ich mit meinem Birdy (so heisst mein Faltrad) so richtig genussvoll direkt an der Isar entlang.Wunderbar! Wirklich schöne Aus- und Ansichten. Z.B. die St. Lukas Kirche am Isar-Wehr. Aber auch viele, großflächige Grünstreifen die sogar zum Heumachen genutzt werden. 

Isar-Wehr an der St.Lukas Kirche
Nun geht es weiter zu besagtem Sandalenladen. Aber damit will ich Euch nicht langweilen. Nur so viel: Ich bin dann, natürlich ganz überraschenderweise, mit neuen Sandalen aus dem Laden wieder rausgegangen. Passend zum Wetter hatte ich die Wanderhalbschuhe kurzerhand in meinem Rucksack verfrachtet.

Und wieder radle ich ein schönes Stück an der Isar. An einem Nebenarm entdecke ich mehrere Kiesbänke. Ich suche mir eine aus und mache ein kleines Päuschen. Ein bischen entspannen, den Blick schweifen lassen.

Isarpause

Als nächstes überquere ich die Isar, um auf der anderen Seite wieder zurück zu fahren.
Ich begebe mich in die Altstadt und schiebe mein Birdy über den Stachus. Das ist dieser bekannte Platz bei der großen Fußgängerzone der eigentlich Karlsplatz heisst.
Und durch die Fußgängerzone gehe ich auch. Dort besuche ich ein grosses Outdoor-Fachgeschäft.
Nein, nicht was Ihr denkt! Das Geschäft heisst „Schuster“. Und die allergrösste Überraschung ist, dass ich ohne ein Teil zu kaufen wieder rausgehe!
Ein wenig Zeit bis mein Zug zurückfährt habe ich noch. Und ich möchte natürlich einen genussvollen Abschluss haben. Deshalb lass ich mir in einem kleinen Café in einer kleinen Seitengasse einen leckeren Eiskaffee kredenzen.
Über den Preis spreche ich hier jetzt nicht 😉

Eiskaffee

PS: Das war natürlich nur mein eigener, kleiner Eindruck von München. Viel zu kurz, um die Stadt wirklich kennen zu lernen. Es lohnt sich aber, dieses sich mal vorzunehmen.