Jetzt bin ich mittlerweile seit 3 Wochen auf meiner Fahrradtour unterwegs. Hauptsächlich berichte ich auf Polarsteps, doch jetzt kommt auch hier ein Bericht über meine bisherigen Erlebnisse

Am Start-Tag bin ich viel später als geplant losgekommen. Deshalb nahm ich auch schon in Quickborn die AKN-Bahn um nach Hamburg zu fahren.

Von dort war es sowieso mein Plan mit dem Metronom in die Nähe von Bremen zu fahren. Dort hatte ich meine bisher einzige geplante Übernachtung bei einem Kollegen.

Von dort ging es dann per Liegerad entlang der Weser, immer gegen den Strom.

Ich musste meine Hinterradfederung straffer einstellen, da das Rad doch sehr schwammig fuhr. Ich liess auch gleich noch etwas Gepäck bei meinem Kollegen und auch später sollte ich noch ganze 2 Kg Gewicht einsparen und ein Päckchen wieder zurück nach Hause schicken.

Langsam, aber sicher fuhr ich mich Stück für Stück ein und auch der Aufbau des Zeltes und der immer wiederkehrenden Ablauf von Kochen, Abwaschen, Duschen, Wäsche waschen und weitere Dinge gingen bald gut von der Hand.

Es folgten die Orte Drakenburg, Petershagen, Rinteln Hameln, Höxter und Hannoversch Münden.

Mit dem Wetter hatte ich die richtige Zeit erwischt. Die ersten 2 Wochen war es hochsommerlich bis zu 30°C warm. Das war zwar anstrengend, aber auch ein tolles Gefühl.

Ich ärgerte mich auch 2-3 Tage lang über die Nachteile des Liegerades. Ich habe gerade in Städten keine gute Übersicht, werde selbst nicht so gut gesehen und mit meinen kleinen Reifen ist loser Untergrund wie Kies oder Sand nur ganz schlecht zu durchfahren. Vom Bergauf fahren ganz zu schweigen, da komme ich wenn überhaupt nur im Schneckentempo hinauf.

Es gab auch mal einige Einstellungen am Schutzblech oder am Tretlagerausleger zu machen. Aber bisher keine Panne, keine Platten. Toi, toitoi! Auch die Kette musste mal geölt werden und das Rad und die Radtaschen vom Staub der sandigen Wege abgespült werden.

Ich hatte immer wieder nette Erlebnisse. Einladungen von einem Radlerpärchen auf ein Glas Wein vor deren Zelt, 2 Frauen auf ihren Rädern die ich über mehrere Tage immer wieder getroffen habe. Ein Pärchen aus England mit denen ich mich nett unterhielt und die mich auf ein Bier einluden. Genauso wie ein Grieche auf Zeitarbeit, der mein Campingplatz- Nachbar war. Dann die erste WarmShowers-Übernachtung (Ein Verbund von Radreisenden die anderen umsonst bei sich zu Hause eine Schlafgelegenheit anbieten), jetzt die 2. WarmShowers-Gelegenheit in Freiburg. Alles supernette Leute.

Auch interessant waren die unterschiedlichen Campingplätze. Vom modernen, sauberen Grosscampingplatz mit Freizeitangebot bis hin zu etwas heruntergekommenen Plätzen. Und der Preisunterschiede war da gar nicht so gross! Mein Lieblingsplatz bisher war ein netter, kleiner Platz, einfach, aber sauber und ohne Rezeption! Das hatte ich noch nie erlebt. Er war günstig, ich konnte umsonst duschen und man hat das Geld einfach passend in vorhandene Briefkästen geworfen. Zusätzlich gab es WiFi und Steckdosen zum Laden von Handys! Echter Service!

Meine Ausrüstung hat sich im Großen und Ganzen auch bewährt. Ich koche mit einem Spiritusbrenner den ich in einen Hoboofen als Topfauflage stelle. So habe ich im Notfall auch die Möglichkeit den Hoboofen mit Holz zu befeuert.

Eine Sache möchte ich noch hervorheben, nämlich meine Kaffeemaschine die ich von Freunden für diese Tour geschenkt bekommen habe: Eine „Plastiktüte“ mit eingebautem Filter. Oben öffnen, Kaffeepulver reinschütten, heisses Wasser hinterhergiessen und 5 Minuten warten. Danach einfach den durchgelaufen Kaffee in den Becher Gießen, fertig! Und das tolle ist, dass man diese Erfindung immer wieder verwenden kann. Leicht und platzsparend ist sie auch. Echt toll und kommt aus Dänemark.

An dieser Stelle auch noch mal ein herzliches Dankeschön an alle Freunde die mich mit so netten und praktischen Dingen für meine Tour bedacht haben. Tütengerichte, Tütennachtisch, Literatur, etc.

Nun habe ich Freiburg, ein grosses Ziel, erreicht und inzwischen auch 1.100 Km abgespult.

Ich habe lange mehrere Möglichkeiten meiner weiteren Route abgewogen und bin zu dem Schluss gekommen wie geplant nach Südfrankreich zu fahren. Wenn es zeitlich passt, werde ich vom Süden mit Bahn oder Bus nach Nordfrankreich reisen, um dann noch mal nach Amsterdam zu kommen.

Morgen startet der Tag nach Frankreich bei Mulhouse, ich bin schon sehr gespannt!