Gendarmstien

Wanderung Gendarmstien

Tagebucheinträge der Gendarmstienwanderung

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1. Tag: Montag, 20.10.2014

Ich habe Glück gehabt :
Meine Zubringer-Bahn zum Hamburg-Hauptbahnhof fährt durch. So brauche ich nicht in die S-Bahn umzusteigen die auf Grund des Lokführerstreiks u. U. nicht nach Plan fährt. Am Hauptbahnhof angekommen habe ich noch genug Zeit bis zur Abfahrt. Vorsichtshalber frage ich noch eine Bahnangestellte, ob mein Zug auch fährt. Nein, der fällt komplett aus, ist die Antwort. Ich kann aber mit der Regionalbahn nach Neumünster, dort umsteigen und weiter nach Flensburg fahren. Es lohnt sich nicht sich zu ärgern, sag ich mir. Mein Ticket behält die Gültigkeit, hauptsache der Schaffner sieht das auch so. Jetzt sitze ich also im Zug nach Neumünster und denke: Das Abenteuer beginnt schon vor der Haustür!
Es ist 11:53 und ich steige aus dem Zug am Bahnhof Flensburg. Es hat doch noch alles problemlos geklappt! Ich gehe in die Altstadt und gönne mir beim Bäcker einen Machiato und etwas Süßes.
Dann ein Blick auf die Karte und ab geht’s Richtung dänische Grenze.
Ein Stück durch die schöne Fußgängerzone von Flensburg, danach direkt an der Förde. Etwas später gehe ich durch ein kleines Hafen- und Industriegebiet ein bisschen abseits vom Wasser. Dann geht’s aber durch eine mit Buchen besäumte Straße wieder zur Förde und weiter am Waldrand Richtung Dänemark. Nicht mehr lange und Ich biege ab zum Grenzübergang “Schusterkate”. Die Grenze überquert man über eine Holzbrücke und es ist der einzige dänische Grenzübergang nur für Fußgänger und Radfahrer. Das 1. Schild mit dem blauen Gendarmen lässt nicht lange auf sich warten und wird ab jetzt zu meinem ständigen Wegbegleiter. Ich laufe durch schöne Buchenwälder, die Sonne scheint, was will ich mehr. Irgendwann geht es durch den Ort Kollund wonach sich wieder ein kleines Waldgebiet anschließt. Dort schau ich mir einen schönen Biwakplatz an der mir gut gefällt. Hier kann man bis zu 2 Nächte verbringen und hat noch eine Feuerstelle zur Verfügung. Ich gehe aber noch ca. 1-2 Km weiter, es ist noch früh. Ich möchte nämlich unbedingt noch zu “Annis Kiosk”, eine fast schon berühmte HotDog-Bude in Sønderhav. Ich schaffe es Annis Kiosk geöffnet vorzufinden und gönne mir 2 HotDogs und zum Nachtisch ein Softeis. LEEECKER! Nun gehe ich die gleiche Strecke zum Biwakplatz zurück und baue dort mein Tarp auf. Danach den Hoboofen angezündet und einen heißen Tee gekocht. Jetzt ist es auch dunkel, die ersten Eulen sind zu hören. Zeit das ich mich schon mal fertig für den Schlafsack mache.


2. Tag: Dienstag, 21.10.2014

In der Nacht fingen Regenschauer an, ich wurde mehrmals wach. Der Schlafsack hat mich aber schön warm gehalten. Leider wurde das Fußende von der nassen Tarpinnenwand nass. Mal sehen wie mein 1. Daunenschlafsack das mitmacht. Ich musste ihn noch feucht einpacken.
Morgens habe ich noch einen Kaffee auf dem Hoboofen gekocht. Ging wunderbar mit dem Nomadic-Kocher. Zum Anmachen hatte ich allerdings mit einem Grillanzünder nachgeholfen.
Nach dem obligatorischen Müsliessen die Sachen zusammen gepackt und schon war es 10:30 Uhr. Uups, später als gedacht. Es nieselt noch etwas, also erst mal mit Regensachen losgegangen. Geschätzt ab Mittag fängt es richtig stark an zu regnen, dazu kommt kräftiger Wind auf. Leider sollte der Regen bis zur Nacht nicht aufhören. Deshalb viel es mir schwer die Landschaft zu genießen.
Dieses Wetter hat Gore-Tex strafen gelehrt das es dicht hält. Ich war jedenfalls gut nass, inkl. Schuhe.
Zum Glück gab es den in der Karte eingezeichneten “primitiven Übernachtungsplatz” tatsächlich. Also erst mal das nasse Tarp aufbauen, nebenbei schnell noch eine warme Tütenmahlzeit kochen. Dafür habe ich dann doch den Spiritusbrenner benutzt. Jetzt noch die feuchten Sachen vom Leib und ab unter das Tarp. Die Nacht schlief ich wieder unruhig, auch als der Regen irgendwann aufhörte.


3. Tag: Mittwoch, 22.10.2014

Morgens ist es frisch, dafür trocken, es sieht sogar freundlich aus.
Ich laufe ein bisschen hin und her um warm zu werden und mach mir einen Kaffee. Dann zwänge ich mich in die feuchten Klamotten und in die nassen Schuhe (die trockenen Sachen sollen auch trocken für die nächste Nacht bleiben!).
Etwas ekelig finde ich es schon, dafür überrascht mich der Tag mit schönstem Sonnenschein. Es geht über Wiesen, Felder, am Strand und durch den Wald. Richtig abwechslungsreich! Das Wetter bleibt super. Ich merke irgendwann, dass ich mein Tagesziel Sønderborg nicht schaffen werde. Und mein Wasser ist auch fast alle.
Auf einmal läuft an einem Haus ein kleiner Hund auf mich zu und bellt mich freudig an. Der Besitzer kommt und wir unterhalten uns kurz. Ich frage ihn, ob er etwas Trinkwasser für mich hat. Ja, klar und ich kann meine Wasserflaschen füllen.
Nicht mehr weit, und es kommt ein “primitiver Übernachtungsplatz”. Ich beschließe hier zu bleiben. Ein schöner Blick auf die Förde und ein umgekippter Baumstamm laden mich ein, meine nassen Sachen darauf zum Trocknen auszubreiten. Außerdem ziehen wieder dunkle Wolken auf, aber die Sonne ist zum Glück stärker & es bleibt schön.
Ich schreibe noch Tagebuch für mein Internet-Blog und finde es auch nicht mehr schlimm, dass mein Smartphone-Akku seit einem Tag leer ist.


4.Tag: Donnerstag, 23.10.2014
Es dämmert langsam und mich hält auch nichts mehr im Schlafsack. Es wird ein wunderschöner Morgen und ich mache erst mal ein paar Fotos vom Sonnenaufgang. Ich frühstücke und denke so bei mir :Das war ein sehr schöner Platz.
Die Sonne steigt und wirft ihre Strahlen auf mein Lager . Ich mache noch ein paar Fotos, dann baue ich ab und breche auf.
Es ist mittlerweile 09:45 Uhr und ich komme gut voran.
Es geht entlang der Küste, einen Steilküstenabschnitt auf und ab. Inzwischen wird es windiger, die Wolken nehmen zu.
Ich komme zu einem Dorf in einer Bucht, mache eine kurze Pause und ziehe meine Regenjacke über. Es ist windiger geworden, die Wolken dunkler.
Ich gehe weiter, es bleibt zum Glück trocken. Noch ca. 7Km bis Sønderborg. Es geht an Feldrändern entlang bis ich Sønderborg erreiche.
Ich gehe an dem schönen Hafen vorbei und dann erst mal zum Touristenbüro.
Hier bekomme ich einen Stadtplan um zur Jugendherberge zu finden.
Vorher gönne ich mir in einem Restaurant einen Latte Machiato, eine Cola und zum Essen einen leckeren Burger. Hier kann ich auch endlich mein Smartphone aufladen.
So, jetzt geht’s zur Jugendherberge. Ich komme an und muss feststellen, dass sie voll belegt ist. Nebenbei habe ich auch noch meinen Jugendherbergs-Ausweis vergessen. Zum Glück gibt es in der Nähe ein kleines Hotel. Dort checke ich ein. WLAN gibt es hier auch. So kann ich meine versäumten Berichte für den Blog online stellen. Morgen holt mich Sonny mit dem Auto ab. Super nett!! Bis dahin werde ich mir morgen Sønderborg ansehen. Hiermit beende ich meine Gendarmstien – Wanderung und spare mir den Abschluss bis nach Høruphav. Für mich ist es hier ein stimmiger Abschluss mit vielen Erlebnissen.