Reisetagebuch – Radtour an der Elbe

Elberadtour vom 16.07. – 24.07.2015   —–   Ein kleiner Reisebericht

Weitere Fotos auf flickr
1. Tag:
Nach einem gemütlichen Start zur späteren Mittagszeit gab es eine kleine Pause beim Bäcker um dann weiter Richtung Elbe durch Hamburgs Westen zu radeln. 
Dann endlich an der Elbe bei schönstem Wetter. Schön breiter Radweg, richtiges Urlaubsfeeling! 
Und dann am Ziel : 
Elbe-Camp am Falkensteiner Ufer. Einfach Traumhaft. Dazu kommt eine Premiere: Meine 1. Nacht in der Hängematte
Morgen geht’s weiter,  jetzt erst mal entspannen. 
2. Tag:
Ich hatte mit ein bisschen zurechtwurschteln eine erstaunlich  gute Nacht  in der Hängematte verbracht.
Um 07:30 Uhr war ich wach und habe mich herausgeschwungen.
Ein Kaffee, 2Müsliriegel & Studentenfutter reichten mir zum Frühstück.
Dann ging es los, immer in Elbnähe Richtung Norden. 
Etwas weiter hatte ich das Pech,  dass das Krückau-Sperrwerk schon geschlossen hatte.
Das bedeutete,  das ich die Krückau bis Elmshorn radeln musste und auf der anderen Seite zurück. 
In Elmshorn gab es aber noch eine kleine Pause am Supermarkt mit Banane und Eis 🙂
Das Etappenziel Wischhafen habe ich nicht geschafft,  mich dafür auf dem kleinen Campingplatz in Kollmar eingenistet. 
Hauptsache es bleibt trocken und gibt kein Gewitter,  die Luft ist sehr stickig. 
Jetzt gibt es erst mal ein leckeres Tütengericht vom Campingkocher. 
3. Tag:
Gestern Abend kam Sonny mit dem Auto zum Zeltplatz um mich zu besuchen.
Wir hatten einen tollen Blick vom Deich in Begleitung von dauerhaften Schafsgeblköke 😉
Am nächsten Tag verabredete ich mich mit Sonny im nahe gelegenen Glückstadt um
zum Essen zu gehen. 
Nach einem leckeren 
Matjesgericht gingen wir zum Glückstädter Yachthafen 
und trafen dort zufällig Sonny’s Bruder mit seiner Familie. Die waren mit ihrem Segelboot dort und wollten noch  in einen Naturhafen zur Stör segeln. 
Also fuhren wir auch dort hin und konnten die nächste Nacht an Bord verbringen. 🙂 
4. Tag:
Heute morgen habe ich richtig ausgeschlafen. An Bord haben wier alle ein schönes, spätes und ausgiebiges Frühstück genossen und uns noch nett unterhalten.
Danach sind Sonny und ich aufgebrochen um uns noch ein Fischbrötchen an der Fähre ‚Glückstadt – Wischhafen‘  zu gönnen.  
Danach verabschiedete ich mich auch von Sonny und nahm die nächste Fähre nach Wischhafen,  die auch gerade ablegen wollte. 
Das Wetter war mir heute nicht so wohl gesonnen,  es war stark bewölkt und schauerte immer wieder.  Deshalb war ich auch nicht mehr stark motiviert und fuhr direkt zum Campingplatz ‚Am Leuchtturm‘  auf Krautsand. 
Dort angekommen konnte ich in aller Ruhe mein Zelt aufbauen und die Sachen verstauen. 
Dann fing es wieder an zu nieseln. 
Also wirklich ein Wetter um im Zelt zu bleiben 😉 
5. Tag: 
Heute Morgen um 10:40 Uhr startete ich wieder. Die Sonne kam raus und ich war guter Dinge.
Die 1. Pause machte ich in Freiburg an der Elbe. Ein nettes Örtchen mit kleinem Hafen und hübschen Häusern.
Dort traf ich ein Pärchen die auch auf Radtour mit Ihren E-Bikes waren.  Sie wollten den ganzen Elberadweg bis nach Tschechien fahren und dann noch weiter.
E-Bikes sind ja nicht so meins,  aber wer weiß : Vielleicht habe ich mit 80 Jahren ja auch eins 🙂 
Das Pärchen gab mir noch den Tipp eine alternative Route am inneren Deich entlang zu fahren. Dort gäbe es mehr Abwechselung durch viele hübsche Häuser. 
Gesagt-Getan.  An der Elbroute sieht man ja sowieso nichts vom Wasser, da der Deich davor ist. 
Weiter ging es und siehe da: Kurz vor Otterndorf,  meinem Ziel fuhr ich tatsächlich direkt an der Elbe mit einem tollen Ausblick. 
Am Campingplatz angekommen erst mal das Zelt aufgebaut,  etwas relaxt und diesen Bericht geschrieben. 
Jetzt habe ich mir auch ein schönes Abendbrot verdient 😉 
6. Tag:
Heute Morgen entschloss ich mich im Binnenland wieder zurück zu fahren und  somit Cuxhaven wegzulassen.
Der Hauptgrund war die Windrichtung.
Ich habe nämlich auf dieser Tour die Erkenntnis gewonnen,  dass man mit Rückenwind viel leichter vorwärts kommt
:-).
Also ging es erst einmal ein Stück des gleichen Weges zurück,  da ich mir noch das Natureum ansehen wollte.
Das wurde mir von einer anderen Radfahrerin empfohlen. 
Dort angekommen,  konnte ich mein Bike sogar in einer Fahrradgarage abstellen!
Das Natureum informiert über die Natur im Allgemeinen, besonders natürlich über den Lebensraum am & im Wasser.
Aber genau so gibt es Infos zu Meteorologie ,  Ökologie, Schiffahrt, Meeresuntersuchungen uvm.
Besonders viel gibt es für Kinder zu entdecken und auszuprobieren. Es ist ein großes Freigelände vorhanden, auf dem man sich lange aufhalten kann. 
Danach fuhr ich ein ganze Zeit an der Oste entlang, bis ich im Ort ‚Osten‘  ankam.
Dort gibt es eine Schwebefähre von 1909!
Sie bringt die Fahrgäste rüber nach Hemmoor (und zurück)  und ist wirklich sehenswert.
Ich gönnte mir im Restaurant neben der Fähre ein Labskaus. Danach ließ ich mich übersetzen und peilte meine nächste Übernachtung an: Einen Campingplatz in Klint.
Dort konnte ich gerade noch die Frau von der Rezeption erwischen und bekam noch einen schönen Platz für mein Zelt. 

7. Tag:
Gestern Abend habe ich noch 2 Väter mit ihren Kindern auf Radtour kennengelernt.
Wir haben uns noch bis spät abends unterhalten. Es ging um Radtouren,  Landstriche,  Campingplätze und Ausrüstung.
Heute Morgen haben wir noch zusammen gefrühstückt und  natürlich weiter pallavert.
Deshalb startete ich auch erst um 12:00 Uhr, aber das machte mir nichts aus.
Diese Begegnungen sind ja gerade das schöne auf so einer Tour  🙂
Da es jetzt in der Umgebung auch nicht so viele Campingplätze gibt, wollte ich entweder nach Lühe-Sand oder Guderhandviertel. 
Weites Land – Lonesome Rider
Erst 
einmal ging es auf dem Nordseeküstenradweg nach Stade.  Eine sehr schöne Altstadt empfing mich, mit einer ebenso schönen Fußgängerzone.  Dort kaufte ich mir erst mal ein günstiges Hemd aus Mischfasern,  welches sich nicht so stark mit Schweiß vollsaugt und hoffentlich auch schnell trocknet. Mein Baumwollhemd war mir irgendwie zu warm und zu schnell durchgeschwitzt. 
Danach ging es weiter Richtung Elbe. Ich machte den Fähranleger zur Insel Lühe-Sand ausfindig.  Leider ist dieses nur eine Personenfähre die ausdrücklich nicht einmal Fahrräder mitnimmt. 
Also die letzten,  wenigen Km weiter nach Guderhandviertel,  wo ich mit Sonny vor ein paar Jahren schon mal war. 
Ein einfacher Campingplatz,  der im Vergleich zum letzten mal jetzt auch eine kleine Gastronomie hat (Hier grillt der Chef noch selbst,  für nächsten Morgen habe ich mir ein Frühstück bestellt und jetzt trinke ich gerade ein kühles Bier).  
Auch hier im Obstanbaugebiet ist es reizvoll Fahrrad zu fahren.  Schöne,  alte Häuser und nette, ruhige Wege durch die Obstplantagen haben auch ihren Reiz. 
Gleich koche ich mir noch mein Abendbrot (letztes Tütengericht) und morgen geht es wieder auf die andere Elbseite zur letzten Übernachtung auf meiner Tour. 
8. Tag:
Heute ging es nach einem schönen, ausgiebigen Frühstück Richtung Buxtehude.  War ja nicht so weit,  trotzdem gönnte ich mir noch einen Milchkaffee am Kanal.  
Danach ging es in einem Bogen nach Finkenwerder. Auf dem Weg fuhr ich noch durch die Fischbeker Heide.  Dort kam ich bei den Steigungen ganz schön ins Schwitzen!
Aber auch das schaffte ich und setzte dann mit der Barkasse nach Teufelsbrück über.
Von dort aus war es nicht mehr weit bis zum Elbe-Camp,  wo ich am Anfang der Tour schon übernachtet hatte.
Jetzt will ich mich dort mit Andrea treffen, die da auch gerade zeltet.
Und morgen folgt die letzte Etappe. 
9. Tag:
Tja,  was soll ich sagen. 
Gestern Abend kam noch die Sonne raus, Andrea und ich am Elbstrand bei einem Schlückchen Rotwein. Dann bin ich in die Hängematte zum pennen. Hat wieder ganz gut gefunzt. 
Heute Morgen haben wir noch nett gefrühstückt (mit selbst gekochtem Kaffee) und mussten dann so langsam unsere Sachen zusammenpacken, da wir bis um 11:00 Uhr auschecken sollten.
Danach haben wir uns noch einen Kaffee  vom Restaurant gegönnt und noch eine Weile geklönt.
Andrea wollte danach noch an den Strand und so haben wir uns verabschiedet.
Ich fuhr dann los, Richtung Hamburg an der Elbe entlang, bis es dann irgendwann unvermeidlich den Elbhang hoch ging und ich bis in den 2. Gang schalten musste um oben noch anzukommen.
Dann ging es durch kleine Straßen und Wege, oft im Grünen, durch Baumschulgebiete bis ich langsam in heimische Gefilde kam. 
Am Nachmittag kam ich zu Hause an und wurde schon von Sonny empfangen.
Etwas geschafft war ich schon, obwohl nicht so viele Km auf dem Tacho waren.
Es war für mich eine tolle Tour mit schönen Erlebnissen und freue mich schon auf die nächste Radtour 🙂
PS: Seit dem 7. Tag ziert das von mir  am  meisten gesehene Tier meinen Fahrradlenker.
       Das SCHAAAF!   Määääähh 😉
Hier noch ein paar Eindrücke vom Elbe-Camp.
Die Fotos hat Andrea freundlicherweise zur Verfügung gestellt 🙂

Und hier für Interessierte noch ein paar Infos zu meinen persönlichen Highlights:

Campingplatz „Elbe-Camp“ 
Am Falkensteiner Ufer, mit Naturstrand. Es gibt befestigte Plätze für Autos, Womo`s und Wohnwagen.
Ansonsten stellt man sein Zelt im Strandsand auf.
„Campingplatz Nesshof“ im Alten Land
Günstigster Campingplatz auf meiner Tour. An einem Bauernhof gelegen. Einfache, Sanitäranlagen, nette Zeltwiese, frisch Gezapftes & kleine Mahlzeiten & Frühstück. Nicht unbedingt auf jeder Fahrradkarte eingezeichnet.
Cafe & Restaurant „Süße Sünde“
In Buxtehude´s Altstadt am Kanal. Oberleckeres Frühstück, selbst gemachte Kuchen und mehr.
Schwebefähre Osten-Hemmoor
Schwebefähre von 1909 mit toller Konstruktion. Eine nettes Highlight, wenn man in der Nähe ist.
Nur für Fußgänger und Radfahrer